Bücher aus dem Feuer

Vor 79 Jahren, wenige Wochen nach der nationalsozialistischen Machtübernahme, wurden Bücher von politisch und rassisch unerwünschten Schriftstellern und Wissenschaftlern in fast allen deutschen Universitätsstädten verbrannt.  Darunter Autoren wie Bertolt Brecht, Lion Feuchtwanger, Sigmund Freud, Erich Kästner, Irmgard Keun, Heinrich Mann, Erich Mühsam, Erich Maria Remarque, Anna Seghers, Ernst Toller, Kurt Tucholsky, Arnold Zweig und Stefan Zweig.

Symbolisch haben wir heute die Bücher dieser Autoren aus den Regalen der Stadtbücherei geräumt und in der Q-thek gestapelt.  Erschreckend, wie viele Regale auch heute noch leer wären, würde das Verbot der Nationalsozialisten, diese Bücher in öffentlichen Bibliotheken einzustellen, heute noch angewendet werden. Viele der Autoren gehören zu den „Großen“ der deutschen Literatur.  An fünf Stationen erklingen stattdessen Lesungen aus den Büchern. Dazu haben Schülerinnen und Schüler der Realschule und UNESCO-Schule, der Gesamtschule, beide in Kamp-Lintfort, Plakate mit den Biographien der Schriftsteller erarbeitet. In der Q-thek hängen die feurigen Sprüche, mit denen die Bücher damals den Flammen „übergeben“ wurden.

Diese besondere Aktion hat sich der Verein LesART Kamp-Lintfort e.V. ausgedacht, dessen Mitglieder auch die Stationen aufgebaut haben.  „Unsere Aktion kann nur eines von hoffentlich vielen Zeichen sein, aber je größer jedes Zeichen ist, umso mehr Wirkung geht von ihm aus,“ so  die Veranstalter der vielen Aktionen zum heutigen Gedenktag. „Angesichts einer wachsenden Fremdenfeindlichkeit, den neonazistischen Strömungen in Deutschland und dem erneuten Aufkeimen von anti-semitischen Haltungen messen wir unserer Aktion eine wesentliche soziale Bedeutung zu!“ 

Überall in Deutschland finden heute Lesungen aus diesen Büchern statt. Auf der Seite www.buecherlesung.de sind sie zusammengestellt. In der Q-thek der Stadtbücherei bleibt die Ausstellung diesmal bis Ende Mai zu erleben. Schulklassen sind herzlich willkommen.

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