Heimatzimmer bekam Besuch vom Weihbischof

In Juni hatte die Mediathek übrigens auch hohen Besuch aus Xanten. Weihbischof Rolf Lohmann besuchte uns und lobte besonders das Heimatzimmer. Dort betreut eine kleine Gruppe Ehrenamtlicher die Spezialbibliothek des Vereins „Europäische Begegnungsstätte am Kloster Kamp“ . Sie enthält Schriften zur Ausbreitung der Zisterzienser in den europäischen Osten von Kamp aus und zur Europa-Idee des Bernhard von Clervaux.

(Dieser Bericht schlummerte nun schon so lang im Entwurfsordner. In Kürze wird der Katalog online gestellt.)

Mediathek Kamp-Lintfort – das wird neu:

Immer wieder wurden wir im letzten Monat gefragt, was denn so aufwendig am Umzug und an der Neueröffnung ist, dass wir drei Monate 


schließen.  Die Mediathek  hält sehr viel Neues vor. Das muss vorbereitet und bearbeitet werden. Dazu braucht das Team Zeit, die Zeit, in der sonst geöffnet ist, steht nun für diese Arbeiten bis zum endgültigen Auszug Ende Februar zur Verfügung. Denn wir vom Team arbeiten wie sonst auch oder auch mehr. Von 7:30 Uhr bis 18 Uhr ist in der Regel jemand im Hause.

Die Liste der Neuerungen in der Mediathek ist recht lang. Hier ein Versuch einer Kurzfassung. Noch mehr findet ihr in der Kategorie „Neue Mediathek Kamp-Lintfort“

1. Im Eingangsbereich soll ein Bistro eine „Open Library“ offen halten. So kann ein Teil der Mediathek auch dann genutzt werden, wenn die übrige Bibliothek geschlossen ist. Bestückt ist dieser Bereich mit Büchern, DVDs und anderen Medien zur Ausleihe und Rückgabe am Automaten; Kataloge, Internet und Rechercheplätze stehen dort zur Verfügung, der gesamte Zeitschriftenbestand mit mehr als 75 Zeitungen und Zeitschriften kann genutzt werden. Das „Bistro 26“ hat geöffnet und führt Aufsicht.
2. Es gibt ein Heimatzimmer: Dies ist ein Raum mit Literatursammlungen der Vereine „Europäische Begegnung am Kloster Kamp“, des „Verein Niederrhein, Ortsgruppe Kamp-Lintfort“ und der „Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Kamp-Litnfort“ . Aus den Niederlanden stammt diese Idee, den lokalgeschichtlichen Vereinen Platz für eine Präsenzbibliothek zu bieten, die von Vereinsmitgliedern betreut wird. Hier können Forschende auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Bibliothek in den Beständen recherchieren, wenn Vereinsmitglieder anwesend sind und mit Rat und Tipps zur Seite stehen.
3. eine großzügig eingerichtete Bibliothek mit vielen Aufenthaltsbereichen, Anlesezonen und Arbeitsräumen, in der den Besuchern ein ausgewählter Buch- und Medienbestand zur Ausleihe und zur Benutzung in den Räumen angeboten wird.
4. ein Kinderbereich, in dem nicht nur viele empfehlenswerte Kinderbücher und -medien angeboten werden, sondern in dem auch vorgelesen und entspannt geschmökert werden kann.
5. ein Jugendbereich, der besonders „neue Medien“ zur aktiven Nutzung anbietet, die in dieser Altersgruppe bevorzugt gesucht werden. Hier können sich Jugendliche treffen und zum Spielen verabreden. Dazu meldet ein verantwortlicher Leiter unabhängig von den regulären Öffnungszeiten der Bibliothek die Gruppe an.
6. einem Lern- und Arbeitszimmer, in dem Bücher zur Unterstützung des Lernens in Schule und Ausbildung zu finden sind, was aber auch für Lehrvorträge und Konferenzen auf Anfrage genutzt werden kann.
7. vielen Veranstaltungsbereichen im Bistro und in der Kinderbücherei, die der großen Nachfrage nach kleinen Literaturveranstaltungen gerecht werden können. Es kann jederzeit vorgelesen, gebastelt und gespielt werden, ohne die übrigen Büchereibesucher zu stören. Aber es gibt auch die Möglichkeit festliche Lesungen und literarische Menüs anzubieten, die dann mit dem Angebot des Bistro26 ergänzt werden.
8. vielen Möglichkeiten auch virtuelle Angebote des Netzwerk der Bibliotheken in Deutschland zu nutzen.

Heimat für drei Vereinsbibliotheken

Die Planungen zur Ausstattung der neuen Mediathek schreiten voran. Ein besonderer Raum wird das „Heimatzimmer“, ein Raum mit drei lokal bezogenen Sammlungen: Der Verein linker Niederrhein, Ortsgruppe Kamp-Lintfort und der Verein Europäische Begegnung am Kloster Kamp werden ihre Bibliotheken dort öffentlich zugänglich machen. Die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition stellt den Katalog ihrer umfangreichen Sammlung dort auf.

Zur Erinnerung: Im Sommer 2015 wurde das Konzept für die neue Mediathek verabschiedet. Darin wird unter anderem geplant: „Lokalgeschichtlicher Bereich („Heimatstube“) Aus den Niederlanden stammt die Idee, den lokalgeschichtlichen Vereinen Platz für eine Präsenz-Bibliothek zu bieten, die von Vereinsmitgliedern betreut wird. Hier können Forschende in den Beständen recherchieren, wenn Vereinsmitglieder anwesend sind und mit Rat und Tipps zur Seite stehen. Erste informelle Gespräche wurden geführt…

Aus diesen ersten Gesprächen sind nun konkrete Pläne geworden: Das Büro UKW-Innenarchitekten hat einen Raum von rund 25qm Größe mit 65,45 Metern Regalbretter, Arbeitstisch, Leseecke, Ausstellungswand und Vitrine geplant, den sich drei Vereine zukünftig teilen werden. Quasi als Herzstück in der Mitte der Mediathek gelegen wird sich dieses Zimmer präsentieren, das durch seine Glaswände insgesamt an eine Vitrine erinnert.

Der Ortsverband linker Niederrhein stellt seine ortsgeschichtliche Sammlung hier auf. Außerdem wird der Verein den bisherigen gut sortierten Heimatkundebestand der Stadtbücherei integrieren. Alles, was über Kamp-Lintfort gedruckt wurde incl. eines Zeitungsarchiv des „Kamp-Lintforter Stadtanzeigers“, stehen dann dem an Ortsgeschichte Interessierten zur Verfügung. Birgit Kames als Vorsitzende will mit wechselnden Fotoausstellungen auf die Geschichte Kamp-Lintforts aufmerksam machen.

Tiefer in die Vergangenheit und weiter in der Welt werden Besucher beim Studium der Bestände des Vereins für europäische Begegnung am Kloster Kamp eintauchen. Dieser Verein, dessen Vorsitzende Ewald Schwarz und Gerhard Schöpgens als erste auf die Stadtbücherei zugegangen sind mit der Idee, ihre Bestände zentral zu präsentieren, sammelt alles, was über die Zisterzienser und Bernhard von Clervaux erforscht und über die Töchterklöster in Europa publiziert wurde. Er hat sich der Verbreitung des europäischen Gedanken von Bernhard von Clervaux verschrieben. So forschen seine Mitglieder auch selbst und veröffentlichen auch ihre Ergebnisse. Diese Sammlung wird sicher von vielen Forschenden über die Fernleihe gefragt sein.

Der dritte ortskundlich wichtige Verein, die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V., besitzt in ihren Räumen bereits eine geordnete und über einen Offline-Katalog erschlossene Bibliothek: “Der derzeitige Bestand des Archivs umfasst rund 5.000 Exemplare.“ berichtet Gerd Lohmann von der Archivgruppe des Vereins. Eine Aufteilung auf zwei Standorte in Kamp-Lintfort wäre nicht sinnvoll. Die Fördergemeinschaft soll im Zuge der weiteren Stadtentwicklung und der Nutzung denkmalgeschützter Teile der Zeche Friedrich-Heinrich in das alte Pumpenhaus neben dem Lehrstollen. In diesem Ensemble soll auch das Archiv zu finden sein. Der Offline-Katalog, dessen Katalogisate nach eigenen Regeln als Excel-Datei erstellt wurden, wird aber auch im Heimatzimmer neben besonderen Ausstellungsstücken zur Bergmannstradition Platz finden.

Zunächst werden die erst genannten Vereine ihre Bestände in die Mediathek mitbringen, wo sie vor Ort erforscht werden können. Ziel ist es, dass Studierende über den Katalog des Hochschulbibliothekszentrum NRW (Digibib) die Bestände ermitteln und dann vor Ort in der Präsenzbibliothek nutzen.

Gestern stellten die Stadt Kamp-Lintfort und das Architekurbüro gemeinsam mit den Vereinen der Presse das Konzept und den Stand der Planung vor:
https://www.kamp-lintfort.de/de/pressemitteilungen/mediathek-mit-heimatzimmer/

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kamp-lintfort/ein-heimatzimmer-fuer-die-mediathek-aid-1.6179016