Konrad Duden vor 100 Jahren gestorben

Duden
Am 01. August 1911  – also heute vor 100 Jahren – starb Konrad Duden. Wer kennt ihn nicht „den Duden“? Konrad Duden schuf ein Regelwerk für die bis dahin recht ungeordneten Schreibweisen in der deutschen Sprache. Viele Schülergenerationen  haben sich mit den Rechtschreibregeln plagen müssen, aber irgendwann kommt vielen doch die Einsicht, dass eine einheitliche Rechtschreibung durchaus ihre Vorteile hat. Inzwischen gibt es nicht nur den Rechtschreib-Duden sondern auch das Herkunftswörterbuch, das Aussprachewörterbuch und viele andere „Duden“-Bände, die aber nicht auf Konrad Duden zurückzuführen sind, sondern zur „Marke Duden“ des Dudenverlags gehören.
Im Zweifelsfall: zum Nachschlagen und zum Entleihen in der Stadtbücherei.

Eugen Roth über Lexika

Eugen Roth: Das Hilfsbuch

Ein Mensch, nichts wissend von „Mormone“
Schaut deshalb nach im Lexikone
Und hätt es dort auch rasch gefunden –
Jedoch er weiß, nach drei, vier Stunden
Von den Mormonen keine Silbe –
Dafür fast alles von der Milbe,
Von Mississippi, Mohr und Maus:
Im ganzen „M“ kennt er sich aus.
Auch was ihn sonst gekümmert nie,
Physik zum Beispiel und Chemie,
Liest er jetzt nach, es fesselt ihn:
Was ist das? Monochloramin?
„Such unter Hydrazin“, steht da.
Schon greift der Mensch zum Bande „H“
Und schlägt so eine neue Brücke
Zu ungeahntem Wissensglücke.
Jäh fällt ihm ein bei den Hormonen,
Er sucht ja eigentlich: Mormonen!
Er blättert müd und überwacht:
Mann, Morpheus, Mohn und Mitternacht…
Hätt weiter noch geschmökert gern,
Kam bloß noch bis zu Morgenstern
Und da verneigte er sich tief
Noch vor dem Dichter – und – entschlief.

Man sieht, nicht nur das Internet verführt zum Surfen, ein Lexikon hat das gleiche Suchtpotential. Die Stadtbücherei bietet beide Möglichkeiten an: die Lexika im Nachschlagebestand zum Nulltarif; die Internetplätze für 0,50 € pro 30 Minuten.