Friedenspreis des deutschen Buchhandels für Carolin Emcke

In diesem Jahr erhält Carolin Emcke den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Obwohl sie aus dem Ruhrgebiet stammt und in Berlin aufgewachsen ist, war sie nicht nur mir unbekannt, hatten viele doch  eine Romanautorin erwartet. Die Presseberichte über ihr Werk machten dann noch neugieriger darauf, wer diese Schriftstellerin wohl ist und wie sie schreibt. Eine kleine Recherche im  Bestand  der Stadtbücherei Kamp-Lintfort und dann auch im Umkreis der Niederrheinbibliotheken ergab, dass sie auch heute, vier Tage nach der Bekanntgabe, in kaum einer öffentlichen Bibliothek zu finden ist. Drei unterschiedliche Bücher  werden im gemeinsamen Katalog nachgewiesen.  Das neueste von ihr hat in der besitzenden Bibliothek, wo es seit August 2015 vorhanden ist, gar keine Ausleihe erzielt. Seltsam ist das, denn im Gegensatz zu manch anderen Literaturpreisen zeichnet der Friedenspreis des Buchhandels in der Regel Autoren aus, die zwar Konflikt beladene Themen verarbeiten, aber stets in einem Stil schreiben, der von einem breiten Publikum gelesen werden kann.  (Der Buchhandel will ja verkaufen.) Nun bin ich überzeugt, dass ich mir selbst ein Urteil bilden muss.  Munzinger Archive nennt diese Veröffentlichungen:

Carolin Emcke: „Kollektive Identitäten: sozialphilosophische Grundlagen“ (00), „Von den Kriegen – Briefe an Freunde“ (04), „Stumme Gewalt. Nachdenken über die RAF“ (08), „Wie wir begehren“ (12).  „Weil es sagbar ist. Über Zeugenschaft und Gerechtigkeit“. 2013.

Ich bestelle mir  „Wie wir begehren“ , es ist in den Bibliotheken am Niederrhein dreimal vorhanden. Doch auch dieses Buch, 2012 erschienen, wird in der einen Bibliothek als Roman einsortiert in der anderen steht es bei Philosophie. Spannend.
Friedenspreis des deutschen Buchhandels: www.friedenspreis-des-deutschen-buchhandels.de

Munzinger Biographien: www.munzinger.de  (kostenlose Anmeldung über die Stadtbücherei Kamp-Lintfort mit Ausweisnummer und Geburtsdatum!)

Homepage von Carolin Emcke: www.carolin-emcke.de

 

 

 

Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2012 für Liao Yiwu

Friedenspreis 2012

In der kommenden Woche wird am 14.10.12 während der Frankfurter Buchmesse der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels verliehen. In diesem Jahr geht der Preis an den chinesischen Autor Liao Yiwu, der 1989 das epische Gedicht „Massaker“ veröffentlichte, in dem er das Blutbad auf dem Platz des Himmlischen Friedens thematisiert. Dieses Gedicht brachte ihm vier Jahre Haft ein. Trotz massiver Schwierigkeiten gab er aber auch danach seine regimekritische Haltung nicht auf.  In seinem Buch „Fräulein Hallo und der Bauernkaiser, Chinas Gesellschaft von unten“ hat er Gespräche mit Menschen, die in China am Rande der Gesellschaft stehen, literarisch bearbeitet und veröffentlicht. Im vergangenen Jahr erschien in Deutschland sein Bericht aus chinesischen Gefängnissen „Für ein Lied und hundert Lieder“ . Es gelang ihm China zu verlassen und er lebt inzwischen  in Deutschland. Wer jetzt schon einen Eindruck vom Werk des diesjährigen Preisträger des Deutschen Buchhandels gewinnen möchte: Die beiden genannten Titel sind in der Stadtbücherei vorhanden.