Heimat für drei Vereinsbibliotheken

Die Planungen zur Ausstattung der neuen Mediathek schreiten voran. Ein besonderer Raum wird das „Heimatzimmer“, ein Raum mit drei lokal bezogenen Sammlungen: Der Verein linker Niederrhein, Ortsgruppe Kamp-Lintfort und der Verein Europäische Begegnung am Kloster Kamp werden ihre Bibliotheken dort öffentlich zugänglich machen. Die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition stellt den Katalog ihrer umfangreichen Sammlung dort auf.

Zur Erinnerung: Im Sommer 2015 wurde das Konzept für die neue Mediathek verabschiedet. Darin wird unter anderem geplant: „Lokalgeschichtlicher Bereich („Heimatstube“) Aus den Niederlanden stammt die Idee, den lokalgeschichtlichen Vereinen Platz für eine Präsenz-Bibliothek zu bieten, die von Vereinsmitgliedern betreut wird. Hier können Forschende in den Beständen recherchieren, wenn Vereinsmitglieder anwesend sind und mit Rat und Tipps zur Seite stehen. Erste informelle Gespräche wurden geführt…

Aus diesen ersten Gesprächen sind nun konkrete Pläne geworden: Das Büro UKW-Innenarchitekten hat einen Raum von rund 25qm Größe mit 65,45 Metern Regalbretter, Arbeitstisch, Leseecke, Ausstellungswand und Vitrine geplant, den sich drei Vereine zukünftig teilen werden. Quasi als Herzstück in der Mitte der Mediathek gelegen wird sich dieses Zimmer präsentieren, das durch seine Glaswände insgesamt an eine Vitrine erinnert.

Der Ortsverband linker Niederrhein stellt seine ortsgeschichtliche Sammlung hier auf. Außerdem wird der Verein den bisherigen gut sortierten Heimatkundebestand der Stadtbücherei integrieren. Alles, was über Kamp-Lintfort gedruckt wurde incl. eines Zeitungsarchiv des „Kamp-Lintforter Stadtanzeigers“, stehen dann dem an Ortsgeschichte Interessierten zur Verfügung. Birgit Kames als Vorsitzende will mit wechselnden Fotoausstellungen auf die Geschichte Kamp-Lintforts aufmerksam machen.

Tiefer in die Vergangenheit und weiter in der Welt werden Besucher beim Studium der Bestände des Vereins für europäische Begegnung am Kloster Kamp eintauchen. Dieser Verein, dessen Vorsitzende Ewald Schwarz und Gerhard Schöpgens als erste auf die Stadtbücherei zugegangen sind mit der Idee, ihre Bestände zentral zu präsentieren, sammelt alles, was über die Zisterzienser und Bernhard von Clervaux erforscht und über die Töchterklöster in Europa publiziert wurde. Er hat sich der Verbreitung des europäischen Gedanken von Bernhard von Clervaux verschrieben. So forschen seine Mitglieder auch selbst und veröffentlichen auch ihre Ergebnisse. Diese Sammlung wird sicher von vielen Forschenden über die Fernleihe gefragt sein.

Der dritte ortskundlich wichtige Verein, die Fördergemeinschaft für Bergmannstradition Linker Niederrhein e.V., besitzt in ihren Räumen bereits eine geordnete und über einen Offline-Katalog erschlossene Bibliothek: “Der derzeitige Bestand des Archivs umfasst rund 5.000 Exemplare.“ berichtet Gerd Lohmann von der Archivgruppe des Vereins. Eine Aufteilung auf zwei Standorte in Kamp-Lintfort wäre nicht sinnvoll. Die Fördergemeinschaft soll im Zuge der weiteren Stadtentwicklung und der Nutzung denkmalgeschützter Teile der Zeche Friedrich-Heinrich in das alte Pumpenhaus neben dem Lehrstollen. In diesem Ensemble soll auch das Archiv zu finden sein. Der Offline-Katalog, dessen Katalogisate nach eigenen Regeln als Excel-Datei erstellt wurden, wird aber auch im Heimatzimmer neben besonderen Ausstellungsstücken zur Bergmannstradition Platz finden.

Zunächst werden die erst genannten Vereine ihre Bestände in die Mediathek mitbringen, wo sie vor Ort erforscht werden können. Ziel ist es, dass Studierende über den Katalog des Hochschulbibliothekszentrum NRW (Digibib) die Bestände ermitteln und dann vor Ort in der Präsenzbibliothek nutzen.

Gestern stellten die Stadt Kamp-Lintfort und das Architekurbüro gemeinsam mit den Vereinen der Presse das Konzept und den Stand der Planung vor:
https://www.kamp-lintfort.de/de/pressemitteilungen/mediathek-mit-heimatzimmer/

http://www.rp-online.de/nrw/staedte/kamp-lintfort/ein-heimatzimmer-fuer-die-mediathek-aid-1.6179016