Katja Haslers Bericht über ihre Pilgerreise auf dem Jakobsweg

Meistens gibt es hier ja nur Hinweise auf zukünftige Veranstaltungen. Aber gerade hatten wir so gute und tolle Referenten, dass auch die, die nicht dabei sein konnten, etwas über zwei herausragende Lesungen von  recht unbekannten Referenten erfahren sollen.

Da war zunächst der Vortrag in der Reihe „Fährtenleser“  :

In der von Bernd und Renate gegründeten Vortragsreihe berichtete am Donnerstag, 31. März  Katja Hasler über ihre Pilgerreise von Kamp-Lintfort nach Santiago de Compostella. Renate Kloesgen vom Verein LesART Kamp-Lintfort e.V. las wie für diese Reihe typisch literarische Texte bekannter Autoren und verschaffte damit dem Bericht den literarischen und geschichtlichen Zusammenhang.   Katja Hasler schilderte in einem sehr persönlichen und reichlich bebilderten Bericht ihre einmalige Wanderung vom Niederrhein bis nach Nordspanien.    Wir Veranstalter waren wie das Publikum total begeistert von diesem Vortrag. Nicht nur der unerwartet hohe Zuspruch durch die Zahl der Besucher, besonders Katja Haslers überzeugende Schilderung ihrer Reise und die gut ausgewählten Texte und die passende Musik gaben dem ganzen Abend etwas besonderes. Katja Hasler haben wir unsere Begeisterung mitgeteilt und von ihr eine sehr schöne Antwort erhalten, die fast ein Versprechen ist:

„Ich war ganz begeistert vom Publikum. Alle haben so aufmerksam zugehoert, sich auf den Weg eingelassen, sind mitgereist und einige sogar mit Traenen gemeinsam mit mir in Santiago angekommen. So macht ein Vortrag Spass!!!!
Also, bei jeder Neuauflage bin ich sofort mit an Bord!!!!!
Viele Gruesse,
Katja“

Siehe Kommentar zur Ankündigung:   heute-schon-gelesen.de/faehrtenleser-allein-von-kamp-lintfort-nach-santiago-de-compostella

Bernd in Indien: vom land des roten pandas nach sikkim

Bernd Kloesgen, der in Kamp-Lintfort bekannte Globetrotter und Referent der Reihe “Fährtenleser”, ist nun wieder auf Reisen. Zum dritten Mal hat es ihn nach Nordindien verschlagen. Heute ist seine nächste Nachricht eingetroffen., die wie gerne an Euch weiterleiten. Seine Bilder der letzten Südamerikareise sind übrigens noch bis zum 28.März im InfoTreff zu sehen.

16.03.2014   11:14 Uhr                        -rundmail die 2. grosse:

hallo alle zusammen zuhause,

es hat etwas gedauert, bis ich nun die 2. grosse rundmail versuche. die internetverhältnisse in sikkim waren eher schlecht und zwei verwuche musste ich abbrechen. also schreibe ich nuna su dem teeparadies darjeeling.

gut 2 wochen in sikkim waren sehr schoen, obwohl es wettermaessig betrachtet, nicht richtig schoen war. die berge waren nur selten zu sehen, meistens waren sie von dunst und wolken verhangen und nachts war es lausig kalt. heizungen sind in diesem teil indiens so gut wie unbekannt, also helfen nur ein paar extra decken.

von gangtok, von wo ich meine erste mail geschrieben habe, ging es zu einigen aussichtspunkten in der naehe und zu verschiedenen kloestern (u.a. rumtek, eines der schoensten kloester in ganz sikkim)

von gantok bin ich dann weiter gefahren in den kleinen ort pelling, ein idyll trotz vieler guesthaueser auf 2000 m hoehe. wieder gab es einige kloester zu besuchen, aber allein das wandern durch die schoene landschaft ist eine reise wert.

untergebracht im hotel garuda (s. homepage>) fuer 6 euro die nacht, dazu
mit einem hervorragenden restaurant ( mittagessen zw. 1-1,50 euro) konnte ich wirklich nicht meckern.. die kueche hier ist nicht so sehr indisch, sondern nepalesisch oder tibetanisch.
besondere spezialitaet sind verschiedene köstliche suppen und vor allen dingen momos, eine art maultischtasche mit erschiedenen leckeren füllungen.

vor einigen tagen bin ich dann von pelling weitergereist nach darjeeling, das liegt nicht mehr in sikkim, sondern wieder in westbengalen.

ebenfalls auf knapp 2000 m gelegen ist die stadt sehr muehsam zu erkunden, immer geht es entweder 200 – 300 bergab oder bergauf- zurück dann umgekehrt..

sowohl in darjeeling, vor allen dingen in sikkim hat man nicht mehr das gefühl in indien zu sein, alles geht viel ruhiger und gemuetlicher zu.

die menschen sind sehr freundlich und im gegensatz zu vor allen dingen suedindien ist es sogar moeglich mit frauen zu sprechen, ohne dass diese ihren ehemann fragen muessen.

die gesellschaft auch in diesem abgelegenen teil indiens verändert sich rapide,die alten traditionen verschwinden leider auch hier sehr shnell. dazu zuhause mehr.

aufgefallen ist mir, dass sich das benehmen vieler indischer männer kaum verändert hat, sie urinieren immer noch ungeniert in aller oeffentlichkeit,
wobei doch ein kultureller vortschritt erreicht wurde: die „andere, rechte hand“
benutzen sie wähend des urinierens zum telefonieren mit ihrem mobil!! (leider kein foto).

was meine reise angeht, hatte ich bis jetzt, und die reise nähert sich ja schon ihrem ende, keinerlei probleme, abgesehen von einer kleinen erkältung.
heisse zitrone mit ingwer und honig hilft da sehr) die naechsten beiden tage verbringe ich jetzt noch hier in darjeeling, bevor ich mich dann am mittwoch auf den weg nach new delhi begebe, von wo ich am freitag nach hause fliege.

morgen ist hier ein spannender feiertag, genannt happy holy, das sogenante farbenfest. die geschichte des festes ist lang und kompliziert, aberf eine der hauptattraktionen ist, das man sich gegenseitig mit farbpulver oder gefuellten wasserbeuteln bewirft, besonderes ziel sind da die touristen.03640531

da werde ich mich mal etwas zurück halten, es wäre nicht die erste kamera, die bei diesem fest den geist aufgibt. an diesem tag ist auch das rauchen bzw. der genuss von marihuana oder haschisch erlaubt, sodass ganz indien dann kollekltiv unter strom steht. dazu kommen noch unmengen von zweifelhaftem alkohol. inder sind allgemein streitsuechtig und schlägereien sind ebenfalls angesagt. werde mir das ganze mal aus der ferne ansehen.

so, dass solls fuers erste gewesen sein, ich versuche 2-3 bilder anzuhängen,
mal sehen ob das klappt.

ich gruesse alle zuhause ganz herzlich und hoffe, mein schreibstil war nicht zu gestelzt,.

Hoffe alle zuhause sind gesund

bis bald

bernd k.

bernd in indien – die erste „richtige“ rundmail

Bernd Kloesgen, der in Kamp-Lintfort bekannte Globetrotter und Referent der Reihe “Fährtenleser”, ist nun wieder auf Reisen. Zum dritten Mal hat es ihn nach Nordindien verschlagen. Hier ist seine zweite Nachricht, die  er als seine erste richtige bezeichnet, also als den ersten richtigen Reisebericht:

E-Mail Bernd Kloesgen vom 28.02.2014 15:57                           der erste richtige rundbrief

Hallo bzw. namaste an Euch alle zuhause.

Gut anderthalb Wochen bin ich nun unterwegs und ich habe bereits wieder die unterschiedlichsten Facetten Indiens kennen gelernt.

Von Neu Delhi aus bin ich nach Varanasi, der heilgen Stadt am Ganges geflogen und dort 5 Tage geblieben.
Danach musste ich aus technischen Gründen (kein Direktflug möglich) wieder zurueck nach Delhi und bin am naechsten Tag in den Nordosten geflogen. der Flughafen dort heisst Bagdogra, die nächste Stadt ist Siliguri. Von Bagdogra aus bin ich dann noch am selben Tag nach Kalimpong gefahren, das liegt schon fast an der Grenze zu Sikkim.
Nach 2 Tagen dort bin ich nun heute endlich in Sikkim angekommen, allerdings lässt das Wetter hier in Gangtok, der Hauptstadt Sikkims dort sehr zu wünschen uebrig. (ca. 12 Grad und Nieselregen).. Alles hat bisher gut geklappt, selbst die Bahnfahrt zum Düsseldorfer Flughafen (eine der griossen Schwachstellen in jeder Reiseplanuing) verlief reibungslos..

Zurück zu Varfanasi: eine der ältesten immer bewohnten Städte der Erde (seit dem 6. Jahrhundert)v. Chr.) ist eine der sehr heilöigen Städte Indien (obwohl in Indien fast alles, was nicht ausdruecklich anders bezeichnet ist, immer heilig ist). Die Stadt hat ca. 1,2 Mio. Einwohner, gefühlt sind es eher doppelt zu viele und hier spielt sich alles in der Altstadt am Gangesufer ab. Hindus kommen hierhin um zu heiraten, um einfach nur ein Bad im Ganges zu nehmen (fuer unsereins nicht empfehlenswert), aber auch zum Sterben. Hier zu sterben und die Asche dem Ganges zu uebergeben verspricht den direkten Weg ins Nirvana.
Für uns aus dem westlichen Kulturkreis ist es allerdings sehr befremdlich, wenn 100 m entfernt von den Verbrennungsstätten gerade eine ausgelassene Feier stattfindet, während an den Verbrennungsstätten, die Feuer nie ausgehen.Wegen der vielen Pilger aber auch Touristen, die hierher kommen, ist es nicht immer einfach an den Uferterassen entlang zu schlendern, weil permanent irgendwelche Schlepper etwas von einem wollen. Das nervt ein bisschen, aber das kannte ich ja bereits.. Ein anderes Thema ist der Dreck. Es treiben sich hier eine Menge (heiliger) Kuehe rum, ach Schafe und Ziegen gibtr es in der Altstadt zuhauf.. Da die Inder in keinster Weise irgendeine Art von Umweltbewusstsein haben, kommt deren Dreck natuerlich dazu. Insofern, war es sehr hilfreich, dass es letzten Samstag doch heftig geregnet hat (dazu war es kalt( 14 Grad nur) und schon waren die Gassen halbwegs sauber.

Morgens und Abends finden am Gangesufer grosse Pujas (Andachtgen statt, (s. Fotos) statt, die sind schon sehr eindrucksvoll, allerdings auch voll auf Touristen zugeschnitten, was ich etwas befremdlich vor allen Dingen fuer die gläubigen Pilger fand.

Ansonsten oder besser trotzdem könnte ich noch viel länger in dieser Stadt bleiben, es gibt so viele ungluabliche Situationen zu beobachten.. Zuhause gibts davon mehr zu hören und zu sehen.

Kalimpong hingegen war ja nur eine Zwischenstation, Kleinstadt mit weniger als 100.000 EW und mit einer vorsintflutlichen Internetversorgung, daher auch die spaete Rundmail. Ein sehr langsames Internet und dauernde Stromausfälle haben mich davon abgehalten schon frueher zu schreiben. Der Begriff Wi-Fi ist dort übrigens voellig unbekannt.

Heute morgen habe ich dann die Grenze nach Sikkim ueberschritten, ja, Sikkimk gehoert zu Indien aber man braucht als Tourist eine eigene Genehmigung, die man sich dann im Pass abstempeln lassen muss.

Hier nun in Gangtok werde ich nun einige Tage bleiben um bei hoffentlich besserem Wetter einige Klöster zu besichtigen und vor allen Dingen mal einen freien Blick auf die umliegenden hohen Berge werfen zu können.

So, das soll ’s erstmal gewesen sein. Die naechste Rundmail kommt bestimmt.

Ich hoffe es geht in allen gut zuhause und ich freue mich natuerlich immer auf ein Lebenszeichen.

Ich fuege einige Bilder aus Varanasi an und um dummen Bemerkungen vorzugreifen: nein, i c h bin das nicht, der bunt angemalt auf der Treppe liegt.

Schoene Gruesse von einer schönen, bisher völlig problemlos verlaufenen Reise sendet Euch

bernd

sorry, der rechner lädt die bilder nicht – ich schick die extra!!!0196 0090 0074 0007 0203

WG: neues aus ecuador – rundmail – die zweite!!

Fährtenleser Bernd berichtet wieder von seiner Globetrotter-Reise, diesmal durch Südamerika__________________28.02.2013

Hallo, alle zusammen,

ich will euch ja nicht wirklich neidisch machen, aber ecuador ist wirklich eine reise wert. (mindestens eine)

zunaechst einmal hoffe ich, dass es euch/ihnen allen gut geht zu hause, hoffentlich ist der spaetwinter bald vorüber.

das wetter hier ist ziemlich wechselhaft, grundsätzlich muß man jeden tag mit einigen kleineren schauern rechnen. tagsüber ist es so um die 20 grad ( bei einer hoehe von ca. 2.500 m und etwas mehr, in der nacht gehen die temperaturen sicher auf unter 10 grad zurück.

die menschen hier in ecuador sind friedlich, freundlich und sehr hilfsbereit. da ich etwas ausser der hauptreisezeit unterwegs bin, halten sich die touristenmengen
doch in grenzen, was natuerlich auch bedeutet: es ist leicht ein zimmer zu bekommen – und auch die busse sind nie richtig voll, es gibt immer sitzplätze.

ecuador ist fuer suedamerikanische verhältnisse nicht ganz billig, fuer unsere verhältnisse allerdings schon:

fruehstueck (eier, butter, brot, marmelade, saft und kaffee) kostet etwa 1,50 euro
mittagsmenu: grosser pott suppe, hauptgericht (meistens reis oder kartoffel, huhn und gemuese,sowie eine nachspeise und ein saft) ca. 1,50-2,50 euro)

fahrtkosten mit dem bus: etwa 1,50 euro fuer 100 km, manchmal in guten bussen etwas mehr!

tasifahrten in der stadt kosten etwa 0,80 – 1,50 euro, selten mehr! ( da scheisst der taxifahrer zuhause seinen wagen garnicht erst an)

das liegt natuerlich auch an den sehr niedrigen bgenzinpreisen; super kostet etwa 1,70 euro! pro gallone (ueber 4 liter) . diesel ist noch billiger.

in der letzten woche bin ich von latacunga (vulkan cotopaxi) nach riobamba gefahren, dort hatte ich ausgesprochen gutes wetter:
der ausflug zum chimborazo (6300 m hoch) bis auf 4.800 m fand bei bestem wetter statt. (als anlage ein chimborazo foto).

der vulkan chimborazo wurde von alexander v. humboldt und seinem belgischen „diener“ bonplanc als ersten bestiegen, wobei er sicher nicht ganz den gipfel erreicht hat, zumindes ist das umstritten.

riobamba bietet ansonst einen sehr schoenen markt und eine nagelneue eisenbahnstation, von der allerdings keine regelmaessigen zuege fahren. ganz selten mal eine sonderfahrt fuer touristen.

frueher konnte man von hier mal bis nach guayaquil an die kueste fahren, eine abenteuerliche fahrt, die haeufig wegen erdrutschen überhaupt nicht stattfinden konnte.

heute ist nur noch ein kleines stueck in der naehe des staedtchens „alausi“ befahrbar. dort gelangt man auf einem abenteuerlichen teilstueck zur sogenannten
„teufelsnase“ ein meisterstueck der trassenfuehrung, ein muss fuer jeden eisenbahnfreak, – entsprechend viele waren auch in voller bewaffnung, sprich kameras
im einsatz. es faehrt leider kein historischer zug mehr und man darf auch leider nicht mehr auf dem dach mitfahren- es gab vor jahren einen tödlichen unfall, seitdem ist das verboten.

die naechste station-und da bin ich jetzt noch war und ist Cuenca, auch das Rom Suedamerikas genannt. Cuenca ist eine wunderschoene Stadt, mit einem historischen Kern und jede Menge Kirchen, die dazu auch noch sehr gut besucht sind.

Von hier aus fahre ich morgen und am wochende richtung peru und werde vorraussichtlich am samstag in piuri im norden perus eintreffen.

so, das wars jetzt mal von hier,

hoffe zuhause ist alles bestens, jeder ist hoffentlich gesund – und ich freue mich sehr ueber post von zuhause.

seien sie, seid ihr ganz herzlich aus der ferne gegruesst

von

wiederunterwegsbernd

Nordindien, der Erste Teil der Reise

Mit einem Zitat von Hermann Hesse startete Bernd Kloesgen seinen reich bebilderten Vortrag  als der ersten Folge der Fährtenleser  über seine Reise nach Nordindien im Jahr 2011.  Renate Kloesgen las zu den beeindruckenden Berichten  aus der Weltliteratur. Sorgfältig ausgewählt und in die Diashow integriert machten diese Lesungen über diesen riesigen Staat Asiens neugierig auf die Autoren und ihre Zeit. Für alle, die weiter lesen wollen, haben wir hier die Literaturliste von den Kloesgens bekommen, die ihr hier herunterladen könnt.

Fährtenleser Nordindien1Verwendete Literatur

Für alle, die wissen wollen, wohin die Reise Bernd Kloesgen noch führte, geht die Reihe am 22.03.20112 weiter. Eintrittskarten gibt es jetzt schon in der Stadtbücherei zu kaufen.

Veranstaltungshinweise: faehrtenleser-3-2012

Fährtenleser berichten wieder

Start in Island mit „Lava-Laxness-Lesepferde“Am 31. Januar 2012 ab 19.30 Uhr stellen die beiden Globetrotter Renate und Bernd Kloesgen in der Stadtbücherei Kamp-Lintfort zahlreiche Bilder zu alten und neuen Geschichten Islands vor. Damit geht die vom Verein LesART präsentierte Serie in die mittlerweile siebte Runde.

Die literarische Weltreise wird über Nordindien am 28. Februar und 22. März 2012 fortgesetzt. Drei Monate im Jahr 2011 sammelte Bernd Kloesgen völlig neue Erfahrungen und ganz andere Eindrücke in dem Land, in dessen Süden er bereits 2009 gereist war. Seine Vorträge werden angereichert durch seine Fotos und den literarischen Einlagen aus und über das Land – vorgelesen von seiner Frau Renate.

Das Besondere an der Fährtenleserreihe ist nämlich die Kombination von Bild- und Reiseimpressionen der Kloesgens mit alten und neuen Texten aus der Literatur, die Renate Kloesgen eindringlich vorträgt. So entstand der Name „Fährtenleser“.

Der Eintritt zu den Fährtenlesern kostet jeweils 3 Euro. Karten gibt es in der Stadtbücherei. Weitere Infos: 0 28 42/ 912-385.

 

statt karten – hier kommt die weihnachtsrundmail

hallo alle zusammen,

aus technischen gruenden etwas vor weihnachten, denn ich reise morgen weiter nach kambodscha, und da ziemlich in die provinz, und ich weiss nicht, wie das internetmaessig da aussieht.

zur zeit bin ich in pakse, ganz im sueden von laos und habe von hier aus eine uralte tempelanlage namens vat phou besucht, ein khmer tempel, der noch aelter ist als angkor wat. das war hochinteressant und
schweisstreibend.

der hoehepunkt war allerdings des bolaven plateaus. dort ist das zentrum des kaffee und teeanbaus in laos und hier leben noch einige minderheiten, die vom normalen leben in laos nicht allzuviel mitbekommen. hier gehen die frauen noch kurz vor der geburt ihrer kinder ( also wenn sie etwa 15 jahre alt sind) in eine einsame huette in den wald um ihr kind zu gebaeren. die alten leute weigern sich ein krankenhaus aufzusuchen, weil sie dann nicht auf die richtige art sterben – d.h., die geister koennten boese sein. die kinder fangen mit 5 jahren an wasserpfeife zu rauchen und es gibt noch mehr merkwuerdige dinge dort, von denen ich euch zuhause erzaehlen kann.

darueber hinaus ist das plateau (liegt etwa 900 meter hoch – sehr angenehme temperaturen) sehr schoen. die landschaft ist atemberaubend und die luft ist klar, wie sonst selten in asien.

morgen reise ich also weiter, ueberquere die grenze nach cambodia und werde mich bis zum jahresende langsam durch die provinz nach pnomh penh vorarbeiten.

einen programmpunkt in laos habe ich gestrichen: ich wollte die 4000 inseln ganz im sueden besuchen. von denen sind einige bewohnt und diese waren bis vor einigen jahren noch ein paradies. als ich vor 2 jahren da war, fing das an sich zu aendern, es gibt viele guesthaeuser und noch mehr touristen.

leute die von dort kamen, haben mir schlimme dinge erzehlt, was man mit diesem paradies macht. es entwickelt sich immer mehr zum ballermann 2 in laos( ballermann eins ist vanh vienh mehr im norden).
ich spar mir das und behalte die inselchen so in ereinnerung wie sie vor 2 jahren waren.

die naechste mail gibts wahrscheinlich zum jahreswechsel.

euch allen zuhause wuensche ich friedliche und besinnliche weihnachten, vor allen dingen denen, denen es im moment nicht so gut geht wuensche ich gute besserung.

ich hoffe ansonsten ist zuhause alles in ordnung und ihr seid soweit gesund und munter.

schoene feiertage euch allen – freue mich auf post von euch!!

bis dann mal

bernd noch in laos bernd

Fährtenleser – Neues aus Laos

Fährtenleser Bernd Kloesgen berichtet wieder aus Laos:

„vientiane 12. dezember
hallo alle zusammen, ich hoffe es geht euch allen gut und ihr habt den vorweihnachtlichen trubel im griff. houay xai, luang namtha, oudomxai, nong kiao, luang prabang, vang vieng und vientiane: das sind die stationen einer sehr schoenen reise ohne groessere zwischenfaelle mit bus und boot unterwegs im noerdlichen laos. elefanten gibt es hier keine mehr(ausser fuer touristen), da hat auch der krieg in indochina eine menge dran teilgehabt.
habe mich durch die oben angegebenen orte, die ihr ja alle aus dem heimatkundeunterricht kennt, vorgearbeitet und befinde mich seit heute ziemlich in der mitte des landes in der hauptstadt.
es war eine wirklich sehr schoene, wenn auch anstrengende tour.
luang prabang, sicher immer noch die perle laos hat mich wieder ganz besonders begeistert. trotz der vielen touristen ist das wirklich ein ort des friedens. ca 70 tempel und jede menge moenche beleben das stadtbild, obwohl hier die ersten kratzer auftreten.
die tourismusindustrie bedraengt die kloester, den morgentlichen bittgang der moenche, normalerweise vor sonnenaufgang so gegen 6 uhr doch bitte auf fruehestens 8 uhr zu verschieben und es sieht so aus, als ob die kloester da einlenken wollen. hier geht ein stueck uralter tradition verloren und es gibt viele moenche, die deshalb die stadt verlassen wollen. das waere fatal, denn gerade die moenche tragen sehr zum friedlichen bild der stadt bei. ueberhaupt tut sich in laos einiges, die tourismusindustrie ruestet weiter auf, der handel vor allen mit china (und damit auch der chnesische einfluss) nehmen weiter zu und somit wandelt sich das bild in laos sher schnell. (leider nicht unbedingt zum guten)
trotzallem ist laos sicher noch die perle indochinas (von myanmar vielleicht abgesehn) und u n b e d i n g t  eine reise wert.
viel mehr gibt es zu erzaehlen, wenn ich wieder zuhause bin.
ich werde jetzt in den naechsten tagen weiter reisen in den sueden des landes und kkurz vor weihnachten weiter nach Kambodscha fahren. aber vorher gibt es sicher noch die besinnliche weihnachtsmail.
mir geht es sehr gut, war nicht krank und bin immer froehlich und ich will doch hoffen, dass das fuer euch zuhause auch gilt.
freue mich auf post von euch und gruesse euch alle ganz herzlich bei 32 grad und schwuele11
bis dann mal
berndunterwegsinlaos“

Fährtenleser Bernd: das erste lebenszeichen aus suedostasien – gesund und froehlich=

hallo alle zusammen zuhause,

bin gesund und munter und im moment in einem ort in den cameron highlands ungefaehr in der mitte von malaysia hoch in den bergen auf 1600 meter hoehe, wo es kuehl und sehr angenehm ist.

habe meine reise ja wie ihr wisst vor gut einer woche in singapur begonnen, dass ich auch recht schnell wieder verlassen habe, grossstaedte sind eh nicht so mein ding und singapur hat mit asien mittlerweile ueberhaupt nichts mehr zu tun, es ist eine grosse westliche stadt, wie vielleicht in amerika oder kanada. sehr sauber und ordentlich, die diktatur laesst gruessen. es gibt da so verbote wie: kaugummi kauen verboten, und das wird auch sehr streng geahndet, wenn man dich erwischt. der grenzuebertritt nach malaysia erinnert stark an einen grenzuebergang zwischen westdeutschland und der ddr in den 70iger 80 iger jahren: natuerlich keine
maschinenpistolen aber zwischen den beiden grenzposten gibt es einen ca. 4 m hohen zaun mit videoueberwachung und links und rechts jenseits des zaunes ist niemandsland. die grenzabwicklung ist allerdings problemlos, trotz riesigem andrang wegen eines feiertags war das alles in 30 minuten erledigt.

die naechste station war melakka, etwa 200 km noerdlich von singapur. melakka hat eine sehr schoene altstadt, mit alten hauesern aus der kolonialzeit der hollaender und der portugiesen. einige alte kolonialgegbaeude sind noch erhalten geblieben, heute teils museum und das alles ist bei etwas ueber 30 grad und einer leichten brise vom meer her ganz gut zu besichtigen. allerdings war es wegen des feiertages (es waren insgesamt drei: ende des lichterfests der hindus, ein fest der moslems zum beginn der hadsch-mekkawallfahrt, und noch ein malaysicher feiertag, wo mir keiner sagen konnte, was das nun ist.) insofern war es etwas stressig, in ruhe zu fotografiern ohne mindestens eine grossfamilie oder gruppe aufs foto zu bekommen.
das zusammenleben der verschiedenen religionen klappt hier, so weit ich das feststellen kann, sehr gut. es gibt keine sichtbaren spannungen zwischen den einzelnen gruppen. auch die moslemfrauen sind sehr offen, trotz kopftuch und manchmal auch schleier reden sie sogar mit westlichen maennern.

von mella aus, bin ich dann in 2 etappen in die cameron highlands gereist. die busse sind, wie alles hier, sehr sauer und puenktlich, nur stimmen manchmal die fahrplaene nicht, sodass ich eine zwischenuebernachtung einfuegen musste.

in den highlands gibt es drei groessere orte, leider baulich eine katastrophe. alle drei sind zugepflastert mit relativ neuen
appartmenthauesern und hotels. es wirkt irgendwie hier, wie eines der skiresorts aus der retorte in der schweiz oder frankfreich im sommer. noch ist keine hochsaison, die beginnt kommende woche mit den schulferien in malaysia, dann ist hier jedes bett belegt – und die preise steigen enorm. verglichen mit anderen laendern ist malaysia uebrigens nicht ganz billig, etwa doppelt so teuer wie indien oder thailand.
die landschaft ist grandios. es gibt riesige teeplantagen, sehr viel gemuese und orbstanbau, vor allen leckere erdbeeren, die hier das ganze jahr ueber durchgehend geerntet werden koennen, wie gemuese und tee auch.

hier bin ich nun sei 3 tagen und fahre weiter noerdlich nach penang (georgetown) etwa vergleichbar mit melakka, allerdings um einiges groesser, was den historischen kern angeht.

das wetter wechselt hier oben zwischen angenehmen 25 grad bei sonne und einigen laengeren, recht ergiebigen regenschauern und gewittern.

ansonsten bin ich froehlich und munter und versuche in erfahrung zu bringen, wie die hochwassersituation in thailand ist, so wie es aussieht entspannt sich die lage zunehmend.

ich hoffe, euch allen zuhause geht es gut, ihr seid alle gesund und munter und vorweihnachtlich gestimmt.

freue mich riesig ueber post von euch!!

seit alle ganz herzlich gegruesst von

berndzurzeitinmalaysia

Rishikesh – der Kreis schliesst sich

neues aus nordindien – e-mail von bernd kloesgen

Bernd ist noch auf Reisen, noch immer in Indien. Nach den letzten vier E-Mails zu urteilen, ist er noch immer sehr begeistert. Mit seiner Zustimmung veröffentlichen wir hier seine Nachrichten von unterwegs. Die durchgängige Kleinschreibung und die seltsam dargestellten Umlaute haben ihre Ursache in der indischen Tastatur, die nicht die deutschen Zeichen vorhält.

14.04.2011 09:40

hallo alle zusammen,

ja, der kreis schliesst sich: 3 mal ganges, zuerst varanasi (in der mitte, etwa), dann kalkutta (am ende) und jetzt rishikesh, da wo der ganges aus dem himalaya in die ebene fliesst. ( vom mond, durch shivas haare, damit seine kraft entbuendelt wird, so aehnlich geht die geschichte)

jaisalmer, fasst an der grenze zu pakistan war ein traum. eine wuestenstadt (ca. 20000 einwohner, fuer indien ein dorf), mit dem einzigen fort in indien was noch bewohnt ist (4000 menschen). ich habe im fort gewohnt, es war faszinierend, die leute dort zu beobachten, immerhin ist das fort fast 800 jahre alt – und die zeit scheint still zu stehen. kam, noch dazu, dass bei annaehernd 40 grad recht wenige touristen da waren. ein hoehepunkt war sicher der ausflug in die wueste thar ( die ist um jaisalmer herum), zu kleinen, sehr armen doerfern und zu den sandduenen.

mit einer traene im auge bin ich von dort abgereist.

jetzt also rishikesh, zentrum fuer alle yogajuenger und esoterikfreunde: es ist unglaublich was hier abgeht. mein tagesprogramm fuer heute:

gegen 5 uhr yoga auf dem dach des guesthouses

danach in den ashram: die „predigt irgendeines yogi hoeren, natuerlich in hindi, also rhetorisch war es klasse, aber verstanden habe ich kein wort.

anschliessend panchkara und shirodhara (was immer das ist) und nach dem fruehstueck eine ayurvedic massage.

um 1100 beginnt dann der tantra intenseiv kurs (jeden tag drei stunden) und am spaeten nachmittag noch die taegliche andacht am fluss, die ist wirklich beeindruckend.

ich weiss nur noch nicht, wie ich den dreitaegigen „ohrreinigungskurs“ in mein programm unterbringen soll.

all das habe ich natuerlich nicht gemacht, bis auf ashram und andacht, aber der rummel ist unglaublich.

was hier abgeht ist ziemlich zwiespaeltig, zum einen die unglaubliche geschaeftemacherei, zum anderen aber auch die tiefe froemmigkeit der (indischen) besucher, und die kraft die von diesen veranstaltungen ausgeht.

dazwischen laufen immer hauptsachlich europaeische besucher rum, die maenner meistens mit wuesten rastafrisuren und die frauen sehen alle irgendwie verkleidet aus in ihren indischen wickelroecken und weissen beinen.

aber es ist faszinierend, was hier abgeht. mehr dazu, wenn ich zuhause bin.

ansonsten lasse ich es langsam angehen und ausklingen, ein erstes fazit der reise kann nur lauten: sehr beeindruckend, aber auch anstrengend (bei den temperaturen!)

ich hoffe, euch allen zuhause geht es gut, und alle sind gesund und zufrieden.

wuensche allen eine schoene voroesterliche zeit und freue mich auf ein mailchen von euch.

gruesse euch alle sehr herzlich

bernd aus rishikesh