WG: rundmail nr. 3 von ecuador nach zentralperu

Fährtenleser Bernd berichtet wieder von seiner Globetrotter-Reise, diesmal durch Südamerika__________________12.03.2013

hallo und guten tag an euch alle,

seit knapp 2wochen bin ich nun in peru unterwegs.

der erste eindruck als ich die grenze nach peru passierte war eher schlecht: peru, zumindest der hohe norden ist auesserst ungepflegt und schmutzig, zumindest was den vergleich mit dem sehr sauberen ecuador betrifft. allerdings: je weiter man nach sueden kommt, wird es deutlich besser.

von piura, gleich hinter der grenze bin ich in die sehenswerte stadt trujillo gefahren. sehr freundliche leute dort, eine sehenswerte altstadt und eine empfehlenswerte pension (casa carla) erwartete mich dort.

das wetter im norden war sehr gemischt, sonnige abschnitte wechselten mit teils heftigen längeren regenfällen.

das hat mich auch davon abgehalten, die ruinen von kuelap zu besuchen. die zufahrtsstrassen wären in einem desolaten zustand und
bedingt durch die regenfälle kaum passierbar.

also bin ich 2 tage in trujillo geblieben und dann mit dem nachtbus nach lima gefahren.

die busse sind erste klasse, das ist fast vergleichbar mit der business class im flieger, man kann sehr gut schlafen in den sitzen,
es gibt was zu essen und man kann auch den laptop anschliessen und das internet benutzen so man will.

apropo essen: es gibt ausgezeichnete mittagsmenues fuer wenig geld, ein beispiel von gestern:

ein glas frisch gepresster saft
eine suppe (art minestrone mit huhn und krabbeneinlage
ein hauptgericht: eingelegtes rindfleisch, gebraten mit reis, kartoffeln und gemuese
einen nachtisch, eine art kompott

das alles kostet um die 5 soles, das sind etwa 1,50 euro.

ansonsten gibt es ueberall sehr gute hähnchenbratereien, wo man fuer so um die 2,50 euro ein viertel hähnchen, salat, suppe und
pommes bekommt. da ist man wirklich pappsatt.

apropos hähnchen bzw. huhn: die toten tiere sehen hier immer noch gesuender aus als die lebendigen bgei wiesenhof!!

in lima bin ich gar nicht erst geblieben, bin noch am selben tag wieder in die berge auf einer abentuerlichen strecke nach huancayo gefahren.

jetzt waren wieder viele kurven zu nehmen, es gibt auch eine sehr abenteurerliche bahnstrecke dahin, die ist leider erst ab mai wieder befahrbar. der zustand der bruecken und schienen hat mir aber auch ohne damit zu fahren schon die haare zu berge stehen lassen.

auf abenteuerlichen strassen bin ich dann nach ayacucco gefahren, von dort nach andahuaylas. auf der fahrt mit dem minibus nach
andahuaylas brach dann etwa 50 km vor dem ziel der motor des minivan zusammen,m was allerdings bei der fahrweise des drivers
nicht weiter verwunderte. was tun? kein ersatzauto in sicht. also wurden taxis organisiert und alle passagiere wurden kostenlos nach andahuaylas transportiert. ganz problemlos (bei der deutschen bahn hätte das sicher diverse antraege und drei monate wartezeit auf
rueckerstattung des fahrpreises gedauert. also nix zu meckern.

von andahuaylos bin bzw. wollte ich ueber abancey nach cusco weiterreisen. klappte zunaechst auch ganz gut, dann: ca. 100 km vor cusco mitten in den bergen ein riesenstau. grund: die strecke war durch einen erdrutsch nicht passierbar. einige hundert tonnen steine, geröll und schlamm auf der strasse. der bus stand im stau etwa 6 km von der „unfallstelle“ entfernt. keine wirklich guten informationen erhältlich, geruechte sprachen von“ in einer stunde gehts weiter“! um es kiurz zu machen: ich habe die nacht dann im bus zugebracht, versorgt von der einheimischen bevoelkerung mit tee, suppe und brot. am naechsten morgen keine neuigkeiten , mittlerweile sprach man von einem bis drei tagen sperre der strecke.
diese strasse ist die einzige, die von der kueste aus nach cusco fuehrt. entsprechend gross war und ist das chaos.

inzwischen blieb mir nur die moeglichkeit zu warten, oder mit dem sammeltaxi zurück nach abancey zu fahren. kostete fuer 140 km 5 euro.

das hab ich auch getan und so bin ich nun hier in abancey, habe ausgeschlafen, werde cusco nicht besuchen und meine reise heute abend nach nasca und weiter nach arequipa fortsetzen.

die ganze letzte woche bin ich auf abentuerlichen strassen durch eine gewaltige landschaft gefahren. wer immer mal nach peru will und zeit hat (s. o.) sollte sich diese anstrengende fahrt gönnen! es war -trotz allem- grossartig.

jetzt hoffe ich, dass es ihnen/euch allen zuhause gutgeht, der fruehling laesst ja wohl auf sich warten.

freue mich auf post aus der heimat und gruesse

ganz herzlich aus peru

bernd k.

WG: neues aus ecuador – rundmail – die zweite!!

Fährtenleser Bernd berichtet wieder von seiner Globetrotter-Reise, diesmal durch Südamerika__________________28.02.2013

Hallo, alle zusammen,

ich will euch ja nicht wirklich neidisch machen, aber ecuador ist wirklich eine reise wert. (mindestens eine)

zunaechst einmal hoffe ich, dass es euch/ihnen allen gut geht zu hause, hoffentlich ist der spaetwinter bald vorüber.

das wetter hier ist ziemlich wechselhaft, grundsätzlich muß man jeden tag mit einigen kleineren schauern rechnen. tagsüber ist es so um die 20 grad ( bei einer hoehe von ca. 2.500 m und etwas mehr, in der nacht gehen die temperaturen sicher auf unter 10 grad zurück.

die menschen hier in ecuador sind friedlich, freundlich und sehr hilfsbereit. da ich etwas ausser der hauptreisezeit unterwegs bin, halten sich die touristenmengen
doch in grenzen, was natuerlich auch bedeutet: es ist leicht ein zimmer zu bekommen – und auch die busse sind nie richtig voll, es gibt immer sitzplätze.

ecuador ist fuer suedamerikanische verhältnisse nicht ganz billig, fuer unsere verhältnisse allerdings schon:

fruehstueck (eier, butter, brot, marmelade, saft und kaffee) kostet etwa 1,50 euro
mittagsmenu: grosser pott suppe, hauptgericht (meistens reis oder kartoffel, huhn und gemuese,sowie eine nachspeise und ein saft) ca. 1,50-2,50 euro)

fahrtkosten mit dem bus: etwa 1,50 euro fuer 100 km, manchmal in guten bussen etwas mehr!

tasifahrten in der stadt kosten etwa 0,80 – 1,50 euro, selten mehr! ( da scheisst der taxifahrer zuhause seinen wagen garnicht erst an)

das liegt natuerlich auch an den sehr niedrigen bgenzinpreisen; super kostet etwa 1,70 euro! pro gallone (ueber 4 liter) . diesel ist noch billiger.

in der letzten woche bin ich von latacunga (vulkan cotopaxi) nach riobamba gefahren, dort hatte ich ausgesprochen gutes wetter:
der ausflug zum chimborazo (6300 m hoch) bis auf 4.800 m fand bei bestem wetter statt. (als anlage ein chimborazo foto).

der vulkan chimborazo wurde von alexander v. humboldt und seinem belgischen „diener“ bonplanc als ersten bestiegen, wobei er sicher nicht ganz den gipfel erreicht hat, zumindes ist das umstritten.

riobamba bietet ansonst einen sehr schoenen markt und eine nagelneue eisenbahnstation, von der allerdings keine regelmaessigen zuege fahren. ganz selten mal eine sonderfahrt fuer touristen.

frueher konnte man von hier mal bis nach guayaquil an die kueste fahren, eine abenteuerliche fahrt, die haeufig wegen erdrutschen überhaupt nicht stattfinden konnte.

heute ist nur noch ein kleines stueck in der naehe des staedtchens „alausi“ befahrbar. dort gelangt man auf einem abenteuerlichen teilstueck zur sogenannten
„teufelsnase“ ein meisterstueck der trassenfuehrung, ein muss fuer jeden eisenbahnfreak, – entsprechend viele waren auch in voller bewaffnung, sprich kameras
im einsatz. es faehrt leider kein historischer zug mehr und man darf auch leider nicht mehr auf dem dach mitfahren- es gab vor jahren einen tödlichen unfall, seitdem ist das verboten.

die naechste station-und da bin ich jetzt noch war und ist Cuenca, auch das Rom Suedamerikas genannt. Cuenca ist eine wunderschoene Stadt, mit einem historischen Kern und jede Menge Kirchen, die dazu auch noch sehr gut besucht sind.

Von hier aus fahre ich morgen und am wochende richtung peru und werde vorraussichtlich am samstag in piuri im norden perus eintreffen.

so, das wars jetzt mal von hier,

hoffe zuhause ist alles bestens, jeder ist hoffentlich gesund – und ich freue mich sehr ueber post von zuhause.

seien sie, seid ihr ganz herzlich aus der ferne gegruesst

von

wiederunterwegsbernd