Nachruf

Sankt Martin ist vorbei, der November geht zu Ende.  Die von den Kindern liebevoll gebastelten Laternen wollten wir aber noch eine Weile in die dunkle Zeit leuchten lassen und sammeln aus den Grundschulen die schönsten je Klasse ein. Nächste Woche werden sie im Info-Treff leuchten.  Zugleich haben wir dann wieder die Elfchen im Haus.  Wie im letzten Jahr haben die Fünftklässler ihre Schule und ihren Stadtteil poetisch beschrieben.  Vielleicht liegt es an den grauen, langen Abenden, aber nicht nur in der Schule auch für die hohe Dichtkunst ist der November ein anregender Monat.   Ganz passend  habe ich diesen kleinen „Nachruf“ von Ilse Aichinger  in einem Gedichtband* entdeckt:

„Gib mir den Mantel, Martin,

aber geh erst vom Sattel

und  laß dein Schwert, wo es ist,

gib mir den ganzen. “        Ilse Aichinger*

*“Diese Suchen und dies Finden“. S. 50, – Hg.   Renate Günther, Erika Wübbena, ISBN 978-3-937257-30-3.  Das Gedicht gibt’s auch als poetic mail, der SK Stiftung Kultur, Wurfgedicht 89:   www.sk-kultur.de

Munzinger- Archive über Ilse Aichinger: www.munzinger.de/search / aichinger, ilse

Elfchen im Haus

„Elfen, sprengt durch´s ganze Haus …“  – sicher denkt Ihr auch an die Elfen, wie sie Shakespeare im Sommernachtstraum ruft. Doch die Elfchen, die nun durch den InfoTreff der Stadtbücherei springen, haben eine ganz andere Gestalt: Es sind Gedichte aus elf Wörtern. Kinder der Sekundarschule haben sie gesammelt und nach einem fest gelegten Bauplan zu einem Gedicht zusammengefügt. Dieses Gedicht muss sich nicht reimen, aber jedes Gedicht bezieht sich auf etwas im Stadtteil Gestfeld. Denn dort, in einem Gebäude-Flügel der Realschule,  wurde die Sekundarschule im August neu eröffnet.  Weil die Schule für die Fünftklässler und für den Stadtteil so neu ist, sollten die Schüler an einem Projekttag über das Gestfeld berichten. Doch dazu durften sie nur elf Wörter verwenden. Zuvor hatten sie Fotos vom Stadtteil Gestfeld  aufgenommen.  Am Computer fügten sie nun mit einem Textverarbeitungsprogramm Bilder und Worte zu einem Kunstwerk zusammen. Da haben sie gleich auch noch  etwas Medienkompetenz erlernt!

Manche Wortbilder sind total witzig, manche stimmen nachdenklich und manche sind „aus dem Leben“ gegriffen – einge der rund 100 sind  nun in der Stadtbücherei bis Weihnachten zu sehen. Kommt mal vorbei, es sind witzige Kreationen entstanden, die nun gerahmte Kunstwerke sind. [slideshow]

Wer selbst einmal ein Elfchen schreiben will, findet hier eine einfache Anleitung: www.medienwerkstatt-online.de