E-Books aus der Stadtbücherei – Dein gutes Recht

e-read_DESeit 2010 können alle  Bürger, die in der Stadtbücherei Kamp-Lintfort angemeldet sind, auch E-Medien herunterladen.  Genauso wie bei den gedruckten Büchern und Zeitschriften oder   CDs und DVDs aus den Regalen ist die Nutzung zeitlich befristet. Dafür erwirbt die Stadtbücherei die Lizenzen der Medien, zu denen die Rechte der digitalen Nutzung ausgehandelt wurden. Nicht alle Verlage verkaufen diese an Bibliotheken, aber mittlerweile ist das Angebot in der Internet-Filiale „Onleihe-Niederrhein“ recht groß.   eBookReaderzumverleih1Von Einkauf, Bereitstellung und Nutzung läuft alles wie bei den physischen Medien, nur das Urheberrecht macht da Unterschiede.  Daher fordert der Deutsche  Bibliotheks-verband die rechtliche Gleichstellung von E-Books und gedruckten Büchern und nahm den Welttag des Buches als Anlass, auf das Problem aufmerksam zu machen:

Jede Person hat laut Artikel 5 des Grundgesetzes das Recht, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen frei zu unterrichten“. Bibliotheken ermöglichen diesen Zugang. Sind E-Books nur in begrenztem Umfang in Bibliotheken vertreten, fehlen zukünftig immer mehr wichtige Informationsquellen des öffentlichen Lebens, denn dieses spielt sich mehr und mehr im Digitalen ab.

Welche Leseratte kennt das nicht: Zwei Wochen Urlaub und den Koffer voller Bücher, schließlich möchte man für jede Gelegenheit ausgestattet sein. Vom Reiseführer über den Schmöker bis hin zur Fachliteratur, von allem muss etwas mit. Einen Bibliotheksbesuch später liegt alles bereit. Ganz schön schweres Gepäck, zugegeben. Doch was wäre, wenn man direkt am Strand entscheiden könnte, nach welcher Lektüre einem der Sinn steht? Wenn die Auswahl nicht mühsam geschleppt werden müsste, sondern auch über das Netz entleihbar wäre?

Foto: dbv
© Thomas Meyer
Dank Smart-Phone, Tablet und E-Book-Reader ist der virtuelle Bibliotheksbesuch nur ein paar Klicks entfernt. Denn registrierte Bibliothekskunden haben die Möglichkeit, E-Medien über die Website ihrer Bibliothek auszuleihen. Schnell hat man unabhängig von Ort und Zeit die Datei auf seinem Gerät und kann sie für einen festgelegten Zeitraum nutzen. Nach Ablauf dieser Frist wird die Datei automatisch gesperrt und steht für den nächsten Nutzer zur Verfügung.

Soweit so gut. Aber wie kann es sein, dass der Bestseller, der auf allen Kanälen als E-Book beworben wird, in der Bibliothek um die Ecke lediglich als sperriger Wälzer zu finden ist?

Hier findet Ihr den vollständigen Text: www.bibliotheksverband.de/dbv/kampagnen/e-medien-in-der-bibliothek/fuer-bibliotheksnutzer

 

Wir4-Onleihe will sich vergrößern

Fast drei Jahren gibt es  die wir4-Onleihe als gemeinsame virtuelle Zweigstelle der Stadtbüchereien Moers, Neukirchen-Vluyn, Rheinberg und Kamp-Lintfort.  Anfangs wurde sie vor allem von Hörbuch-Liebhabern genutzt und geschätzt, die sich dort die neuesten Romane als e-Audio herunterladen wollen, einige Stammkunden der ersten Stunde sind vor allem Zeitungsleser, die sich regelmäßig die „Frankfurter“ oder das „Handelsblatt“ herunterladen.  Nun ist in diesem Jahr das E-Book-Fieber ausgebrochen. Der Buchhandel wirbt  ganz massiv für diese Art des Lesens. Viel mehr Kunden wollen auf das Lesen am Reader umsteigen.

Doch beim Stöbern in der wir4-Onleihe wird so mancher Interessent festgestellt haben, dass die interessanten Romane bereits belegt sind oder nicht zum Bestand der  wir4-Onleihe gehören, obwohl es sie als e-Book zu erwerben gibt.  Das kann daran liegen, dass der Verlag, der die Lizenz zum e-Book besitzt, diese nicht an Bibliotheken verkaufen möchte, sondern nur an Privatkunden.

Es kann aber auch daran liegen, dass das Budget zum Einkauf der Lizenzen in den Bibliotheken erschöpft ist.  Um mehr Lizenzen zu erwerben, brauchen wir Bibliotheken also mehr Geld. Logisch. Doch woher nehmen, ohne unsere anderen Aufgaben und Angebote zu verschlechtern?  So sind wir auf die Idee gekommen, andere Nachbarstädte zu fragen, ob sie sich an der  Onleihe beteiligen möchten. Denn vorher wurden wir bereits gefragt, ob wir auch andere Bibliotheken in den Verbund aufnehmen. So trafen sich in der letzten Woche in der Bibliothek Moers Leiterinnen und Leiter der Bibliotheken zahlreicher Niederrheinstädte. Das Interesse ist groß. Die Kosten, die zunächst auf jede neue Bibliothek zu kommen, allerdings auch. Doch wir vier Bibliotheksleiterinnen des wir4-Onleihe-Verbundes hoffen sehr, dass einige diese erste Schwelle erklimmen können und wir ab 2013 die virtuelle Zweigstelle am Niederrhein vergrößern können. So wird die Namensänderung das kleinste Problem darstellen.