Warum gibt es das Buch nicht als E-Book?

Oder: Buch ist nicht gleich E-Book, CD nicht gleich E-Audio! Immer wieder passiert es, dass beim Stöbern nach bekannten Titeln als  E-Book und E-Audio es nicht in der Onleihe-Niederrhein.de  zu finden ist. Da erreichte uns z.B. aus dem verregneten Sommerurlaub eine erschrockenen Nachricht: „Wir haben einen totalverregneten Urlaub in Holland. Nun wollte ich unseren Kindern an den langen Zelttagen gemütlich einen Harry-Potter-Band nach dem anderen vorlesen. Wieso finde ich kein einziges Harry-Potter-Buch als E-Book  in der Onleihe? „ Der Grund ist, dass Bibliotheken von den Verlagen nicht die Rechte bekommen haben, die Lizenzen zu diesen Büchern als E-Book zu verleihen.

Und heute ist eine lange Liste von Hörbüchern eingetroffen, die leider nicht mehr verliehen werden können, da der Verlag keine Rechte dazu hat.

„… folgende Titel des Verlages „AUDIOBUCH Verlag OHG“ dürfen nicht mehr … angeboten werden, da dem Verlag keine Rechte mehr dazu vorliegen:

Andrea Sawatzki liest Phil Rickman „Frucht der Sünde“ 978-3-89964-608-5
Brief an meine Mutter 978-3-89964-573-6
Das Blut der Schande 978-3-89964-545-3
Der Befehl 978-3-89964-546-0
Der Mann, der kein Mörder war 978-3-89964-644-3 978-3-89964-679-5
Des Abends eisige Stille 978-3-89964-576-7
Die Bibel-Verschwörung 978-3-89964-535-4
Die Chemie des Todes 978-3-89964-732-7
Die Frauen, die er kannte 978-3-89964-657-3 978-3-89964-810-2
Die Jagd am Nil 978-3-89964-607-8
Die Namen der Toten 978-3-89964-612-2
Die stumme Bruderschaft 978-3-89964-515-6
Dreizehn bei Tisch 978-3-89964-139-4
Glück! 978-3-89964-566-8
Hirngespinste 978-3-89964-604-7
Stefan Kaminski liest Paul Cleave „Die Toten schweigen nicht“ 978-3-89964-610-8
Stirb ewig 978-3-89964-832-4
The Speckled Band 978-3-89964-674-0
Todesfrist 978-3-89964-815-7
Was in zwei Koffer paßt 978-3-89964-572-9
Welt in Angst 978-3-89964-524-8
Winnetou + Der Ölprinz 978-3-89964-541-5

Sofern Sie einen oder mehrere der oben genannten Titel erworben haben, wurden diese bereits aus Ihrer Onleihe entfernt. …  Bitte löschen Sie die Katalog-Daten für den/die entsprechenden Titel in Ihrem Web-OPAC ….  „

Traurig, traurig, dass für diese Medien immer noch nicht die gleichen Rechte gelten wie für gedruckte Bücher und Zeitschriften  oder für in digitaler Form vorliegende Medien wie CDs und DVDs.  Denn wenn da ein Verlag keine Rechte mehr hat, gilt trotzdem das Eigentumsrecht an den beriets vorher erworbenen Medien. Da müssen die Bücher dann auch nicht aus dem Regal gezogen werden.

Onleihe-Niederrhein weiterhin ohne Joyo Moyes: „Ein ganz neues Leben“

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Die Bibliotheken der Onleihe Niederrhein werden für ihre Onleihe derzeit keine E-Books der Verlagsgruppen Holtzbrinck und Bonnier erwerben.

Hier ist die Begründung und Stellungnahme der Onleihe Niederrhein zum Lizenzmodell der Verlagsgruppen Holtzbrinck und Bonnier:  (Vervielfältigung mit freundlicher Genehmigung der Franken-Onleihe)

Herbe Enttäuschung folgt großer Freude. Noch immer haben die bundesweiten Onleihen das Problem, dass sie ihren Kunden nicht alle auf dem Markt verfügbaren E-Books zur Ausleihe anbieten können. Der Grund dafür war und ist die Weigerung etlicher Verlage an Bibliotheken überhaupt Lizenzen für E-Books zu verkaufen. Bei den Bibliotheken herrschte deshalb große Freude, als sie die Mitteilung bekamen, dass sie nun – nach langjährigen Verhandlungen – Titel der Verlagsgruppen Holtzbrinck und Bonnier kaufen können. Als jedoch das angebotene Lizenzmodell der Verlagsgruppe bekannt wurde, gab es bei den Bibliotheksverantwortlichen lange Gesichter. So ist der Preis, den Bibliotheken für die Lizenzen zahlen sollen, 2,5-fach höher als der Preis für private Käufer. Zusätzlich ist die Nutzung einer Lizenz begrenzt auf 4 Jahre und/oder maximal 52 Ausleihen: ein Lizenzmodell, das Bibliotheken mit ihren begrenzten finanziellen Mitteln überfordert. Und dies gilt selbst für Verbünde wie die Onleihe Niederrhein, in der sich 16 niederrheinische Bibliotheken mit ihren Etats zusammengeschlossen haben, um für ihre Kunden ein gemeinsames, attraktives Onleihe-Angebot bereithalten zu können. Da Bibliotheken aber neben digitalen Medien nach wie vor auch gedruckte Bücher an alle Bürger ausleihen wollen, führt das Lizenzmodell der obengenannten Verlagsgruppen, das eine zeitliche Befristung der Lizenzen mit einem erhöhten Preis verbindet, zu einer harten Entscheidung: Der Verbund Onleihe Niederrhein wird E-Books mit diesem Lizenzmodell derzeit nicht erwerben. Das führt dazu, dass Bestseller wie z.B. „Joyo Moyes: Ein ganz neues Leben“ (Preis für Bibliotheken mit obengenannter Nutzungsbeschränkung: 42,48 €; Preis für Privatkunden: 16,99 bei zeitlich unbeschränkter Nutzung) in der Onleihe Niederrhein leider nach wie vor vergeblich gesucht werden. Dies ist eine Entwicklung, die dem Auftrag von  Bibliotheken, allen Bürgern – unabhängig von ihren finanziellen, sozialen, körperlichen und sprachlichen Möglichkeiten – ein allgemeines und breites Literaturangebot in allen Formaten zugänglich zu machen, entgegensteht. Zu den Verlagsgruppen Holtzbrinck und Bonnier gehören folgende Verlage: S. Fischer Verlag, Rowohlt Verlag, Kiepenheuer & Witsch, Droemer Knaur, Argon Verlag, arsEdition, Carlsen, Piper, Malik, Pendo, Econ, List, Ullstein, Thienemann und Berlin Verlag. Leider stellen auch andere Verlage E-Books und E-Audios nur als zeitlich befristete Bibliothekslizenzen zur Verfügung. Einige Titel können lediglich für ein Jahr ausgeliehen werden und müssen danach erneut gekauft werden. Andere wiederum bieten die Lizenzen für uns Bibliotheken zwar ohne Befristung, aber deutlich teurer an als für private Käufer. Auch dies ist für die Bibliotheken der Onleihe Niederrhein nicht leistbar.

Hintergrundinformationen zur Ausleihe von E-Books durch Bibliotheken: Bibliotheken können E-Books nicht wie gedruckte Bücher im Buchhandel zum Endkundenpreis kaufen. Stattdessen erwerben Bibliotheken Nutzungsrechte zum Verleih der E-Books über einen zentralen Anbieter, die divibib GmbH. Dieses Unternehmen schließt mit den jeweiligen Verlagen Einzelverträge ab. Die meisten Verlage veräußern ihre E-Books derzeit zum einfachen Preis für den Verleih durch Bibliotheken. Diese E-Books können dann über die jeweiligen Onleihe-Plattformen der Bibliotheken von deren Kunden ausgeliehen werden. Da kopiergeschützte E-Books (bei der üblichen seriellen Lizenz) dabei nicht von mehreren Personen gleichzeitig ausgeliehen werden können, erwerben Onleihen bei starker Nachfrage mehrere Lizenzen eines Titels. Der gegenwärtige rechtliche Rahmen und die damit verbundenen Konditionen der Bereitstellung von elektronischen Medien für Bibliotheken ist unbefriedigend und führt dazu, dass eine nicht unerhebliche Menge an E-Medien dort nicht in dem Maße zugänglich sind, wie es von den Bürgerinnen und Bürgern unserer Wissensgesellschaft erwartet wird. Die europaweite Kampagne “The Right to E-Read” macht deshalb sowohl Bibliotheksnutzer als auch Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung auf diese Problematik aufmerksam. Unterstützen Sie die Bibliotheken dabei, eine eindeutige gesetzliche Regelung für das Verleihen von E-Books zu erzielen und unterzeichnen Sie die  Petition „Für das Recht auf elektronisches Lesen„.

 

Weitere Informationen auch im Blog der Fachstelle öffentliche Bibliotheken NRW :

https://oebib.wordpress.com/2016/10/04/dbv-e-book-lizenzen-der-verlagsgruppe-holtzbrinck-und-bonnier/