Ein letztes Mal: der BIX

Bix 2015 coverzum letzten Mal veröffentlicht in diesen Tagen die Bertelsmann-Stiftung den BIX. Das ist der Bibliotheksindex, der Bibliotheken in Deutschland , eingeteilt in unterschiedliche Größenkategorien, hinsichtlich Leistung und Wirtschaftlichkeit vergleicht. Wir gratulieren der Stadtbücherei Hilden ganz herzlich zu ihrer tollen Aufstellung darin. Erst kürzlich waren einige aus unserem Team dort und haben sich gründlich umgesehen. Dabei haben wir

1. sehr viel entdeckt, was viel besser ist, als bei uns, in der Stadtbücherei Kamp-Lintfort,

2.einiges festgestellt, was wir in Kamp-Lintfort leider nicht haben, wie zum Beispiel die  so große Personalausstattung und

3. einiges mitgenommen, was wir zukünftig – spätestens in der neuen Mediathek, an der wir im Moment fleißig planen, auch so machen werden, weil es einfach und überzeugend ist, wie z.B. die Selbstabholung der Vormerkungen.

Zum Vergleich mit Kamp-Lintfort guckt man am besten in die DBS (Deutsche Bibliotheksstatistik) , denn am BIX beteiligen wir uns seit vielen Jahren nicht mehr. Einer der Gründe war, dass die Beteiligung Geld kostet, welches wir lieber in die Anschaffung von Medien gesetzt haben. Der zweite Grund war, dass wir zwar im wirtschaftlichen Vergleich gut abgeschnitten haben, aber bei den Leistungen immer ziemlich schlecht aussahen. Da die Beteiligung der anderen armen Bibliotheken in NRW  ebenfalls sehr gering war, hatten wir einfach keine Lust mehr unter den noch wenigen Teilnehmern immer das Schlusslicht zu sein, nur weil wir uns quasi  „nach der Decke strecken, um die Füße zu bedecken“ .

Übrigens: Der BIX wird eingestellt, da die Finanzierung dieser Studie nicht mehr gesichert werden kann. Mehr Informationen dazu gibt es im Bibliotheksblog der Bezirksregierung Düsseldorf.

E-Books aus der Stadtbücherei – Dein gutes Recht

e-read_DESeit 2010 können alle  Bürger, die in der Stadtbücherei Kamp-Lintfort angemeldet sind, auch E-Medien herunterladen.  Genauso wie bei den gedruckten Büchern und Zeitschriften oder   CDs und DVDs aus den Regalen ist die Nutzung zeitlich befristet. Dafür erwirbt die Stadtbücherei die Lizenzen der Medien, zu denen die Rechte der digitalen Nutzung ausgehandelt wurden. Nicht alle Verlage verkaufen diese an Bibliotheken, aber mittlerweile ist das Angebot in der Internet-Filiale „Onleihe-Niederrhein“ recht groß.   eBookReaderzumverleih1Von Einkauf, Bereitstellung und Nutzung läuft alles wie bei den physischen Medien, nur das Urheberrecht macht da Unterschiede.  Daher fordert der Deutsche  Bibliotheks-verband die rechtliche Gleichstellung von E-Books und gedruckten Büchern und nahm den Welttag des Buches als Anlass, auf das Problem aufmerksam zu machen:

Jede Person hat laut Artikel 5 des Grundgesetzes das Recht, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen frei zu unterrichten“. Bibliotheken ermöglichen diesen Zugang. Sind E-Books nur in begrenztem Umfang in Bibliotheken vertreten, fehlen zukünftig immer mehr wichtige Informationsquellen des öffentlichen Lebens, denn dieses spielt sich mehr und mehr im Digitalen ab.

Welche Leseratte kennt das nicht: Zwei Wochen Urlaub und den Koffer voller Bücher, schließlich möchte man für jede Gelegenheit ausgestattet sein. Vom Reiseführer über den Schmöker bis hin zur Fachliteratur, von allem muss etwas mit. Einen Bibliotheksbesuch später liegt alles bereit. Ganz schön schweres Gepäck, zugegeben. Doch was wäre, wenn man direkt am Strand entscheiden könnte, nach welcher Lektüre einem der Sinn steht? Wenn die Auswahl nicht mühsam geschleppt werden müsste, sondern auch über das Netz entleihbar wäre?

Foto: dbv
© Thomas Meyer
Dank Smart-Phone, Tablet und E-Book-Reader ist der virtuelle Bibliotheksbesuch nur ein paar Klicks entfernt. Denn registrierte Bibliothekskunden haben die Möglichkeit, E-Medien über die Website ihrer Bibliothek auszuleihen. Schnell hat man unabhängig von Ort und Zeit die Datei auf seinem Gerät und kann sie für einen festgelegten Zeitraum nutzen. Nach Ablauf dieser Frist wird die Datei automatisch gesperrt und steht für den nächsten Nutzer zur Verfügung.

Soweit so gut. Aber wie kann es sein, dass der Bestseller, der auf allen Kanälen als E-Book beworben wird, in der Bibliothek um die Ecke lediglich als sperriger Wälzer zu finden ist?

Hier findet Ihr den vollständigen Text: www.bibliotheksverband.de/dbv/kampagnen/e-medien-in-der-bibliothek/fuer-bibliotheksnutzer