Lanier: Wem gehört die Zukunft?

Lanier Wem gehört die ZukunftJaron Lanier erhält in diesem Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. „Wer ist das denn?“  So mein erster Gedanke. Inzwischen habe ich das Buch geschenkt bekommen  und lese im „Waschzettel“ , dass es sich um einen 1960 in New York geborenen Computerwissenschaftler und Musiker handelt, der sich als Kenner der Materie  kritisch mit dem Internet auseinandersetzt. Eigentlich ist das nicht unbedingt meine Lieblingslektüre, aber ich habe mit dem Lesen begonnen und bin beeindruckt von den Überlegungen und Anmerkungen dieses Autors. In einem längeren Interview im „Spiegel“ vom vergangenen Montag (Heft 27, S. 120f) greift er ein Beispiel für die „Umsonstkultur“ heraus, das auch mir gleich einleuchtet: „Mein Lieblingsbeispiel ist das Übersetzungsprogramm von Google: Es ist kostenlos und liefert Übersetzungen, als würde ein magisches Gehirn dahinterstecken, das alles automatisch macht. Aber wissen Sie, wie es wirklich funktioniert?…Jeden Tag sammelt Google im Netz massenhaft Übersetzungen, aus denen das Übersetzungsprogramm mithilfe von Cloud-Computing und Big Data die jeweils besten Übersetzungen herausfiltert und passend neu kombiniert. Die ursprüngliche Übersetzungen aber, die die Maschine benutzt, sind von Menschen gemacht, die nichts davon wissen, die dem auch nicht zugestimmt haben und die vor allem nicht dafür bezahlt werden. Und das ist nur ein Beispiel für das, was falsch läuft in der Informationsökonomie unserer Tage. Es wird so getan, als ob der Mensch gar nicht existierte. Es gibt ihn aber, und er wird auch gebraucht. Er wird nur nicht bezahlt.“

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