Buchempfehlungen

Kurz vor Weihnachten gibt es in der Wochenzeitung „Die Zeit“ alljährlich eine Seite mit Buchempfehlungen. Diese Idee möche ich übernehmen und hier meine persönlichen Empfehlungen nennen.

Leicht zu lesen: Josef Bierbichler „Mittelreich“. Der Schauspieler Josef Bierbichler erzählt von drei Geneationen einer (seiner?) bayerischen Familie, die sich mit Gasthof und Landswirtschaft zu den „mittelreichen“ zählen kann. Interessante, gut lesbare Unterhaltung.

Wiederentdeckt: Oskar Maria Graf: „Das Leben meiner Mutter“. Was Bierbichler über das normale Leben im 20. Jahrhundert anhand einer Familie erzählt, ist bei Oskar Maria Graf ein Zeitbericht  der im 19. Jahrhundert angesiedelt ist. Eine Wiederentdeckung , die sich lohnt.

Für fortgeschrittene Leser: David Grossman:“ Eine Frau flieht vor einer Nachricht“.  Eine Frau zwischen zwei Männern; aber nicht die Liebesgeschichte steht im Vordergrund, sondern der Alltag in Israel, Bedrohung und Angst um den Sohn, der beim Militär ist. Eine Geschichte, die unter die Haut geht.

Für politisch interessierte Leser: Marion Brasch: „Ab jetzt ist Ruhe“. Wie lebte es sich als Tochter eines überzeugten und angesehenen DDR-Funktionärs, als Schewster des in den Westen gegangenen Schriftstellers Thomas Brasch, als kleine Schwester mit drei älteren, politisch und künstlerisch engagierten Brüdern? Entwicklungsgeschichte, Familiengeschichte und Zeitgeschichte ohne Selbstmitleid erzählt.

Auch für junge Leser: Wolfgang Herrndorf: „Tschick“. Tschick, ein Russlanddeutscher und Maik, dessen Mutter in der Entzugsklinik ist und dessen Vater  mit seiner Assistentin auf Reisen geht, klauen ein Auto und brettern durch Deutschlands Osten. Sie erleben einiges – aber viel wichtiger: sie werden Freunde. Ein witziges Roadmovie, das dennoch Tiefgang hat.

0 Gedanken zu „Buchempfehlungen“

  1. Hallo und vielen Dank für die Empfehlungen. Da es ja persönliche Empfehlungen sein sollen, wäre es interessant zu wissen, von wem sie stammen!

    viele gruesse
    bernd k.

    1. Lieber Bernd K.,
      Dein Interesse ist nachvollziehbar. Wir werden mal sehen, ob die Kollegin bereit ist, ihren Namen zu nennen. Wir halten es sonst wie die Künstler des frühen Mittelatlers. Das Kunstwerk soll gewürdigt werden, nicht die Person.
      Liebe Grüße
      das Team der Stadtbücherei
      Lieber Bernd,
      ich bekenne – ich war’s
      Lisa

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