von darjeeling ueber kalkutta nach delhi und agra

neues aus nordindien – e-mail von bernd Kloesgen vom 20.03.2011 12:01

CGL 2 Indien.hallo alle zusammen zuhause,

es ist nicht so ganz einfach, unbefangen eine urlaubsmail zu
schreiben, wenn man so mitbekommt, was sich im moment alles so
schreckliches ereignet.
der (bis jetzt) beinahe GAU in Japan und dann noch die schrecklichen
ereignisse in lybien.

hier in indien kommt das alles nur sehr wage an, weder die presse noch
die zeitungen nehmen wirklich s e h r grosse notiz von diesen
vorgaengen. die lokalen indischen nachrichtensender berichten nur am
rande, wenn man genauere informationen haben will, muss man auf die
bbc und cnn zurueckgreifen.

hier in indien regt man sich mehr auf ueber gekaufte stimmen bei der
letzten ministerpraesidentenwahl ( ich dachte, das waere hier normal)
und ueber irgendwelche affaeren von mir voellig unbekannten bollywood
groessen.
und natuerlich: immer noch cricket weltcup!!

also, da bin ich aus sikkim wieder in darjeeling gelandet, wo ich noch
drei tage bei recht angenehmen etwa 20 grad verbracht habe. sikkim war
ohne frage bisher der erste hoehepunkt der reise, ein unglaublich
schoenes land, hat aber mit indien nicht viel zu tun.
in einer ziemlich abenteuerlichn busfahrt bin ich dann ueber nacht von
darjeeling ueber siliguri nach kolkata gefahren. mit einem angeblichen
luxusbus, der nicht das hielt, was er versprach. abgesehen davon, war
das die rumpeligste busfahrt, die ich jeh gemacht habe. knapp 12
stunden von einem (tiefen) schlagloch zum anderen.

dann die ueberraschung: kolkata (frueher kalkutta)

nach all dem negativen, was ich ueber die stadt gelesen hatte,
(verdreckt, sehr arm) war die ueberraschung gross: zumindest in den
teilen, die ich gesehen habe, war kalkutta, verglichen zum beispiel
mit neu delhi und hyderrabad eher sauber und gepflegt. nicht zuletzt
kommt das negativimage sicher von der (frueheren) berichterstattung
ueber das werk mutter teresas, aber auch um das guenter grass buch „
zunge eigen“ in denen er ueber die unmenschlichen bedingungen in
dieser stadt schreibt.
im herzen von k. gibt es einen park, etwa von der groesse des central
park in n.y., eine gruene lunge, in der es sich gut aushalten liess.
die sehenswuerdigkeiten halten sich in grenzen, einige alte
kolonialbauten, die howrah bruecke und natuerlich der wahnsinnige
verkehr. hier in kalkutta gibt es uebrigens noch von menschenhand
gezogene rikschas (etwa 14.000). es faellt schwer, zu akzeptieren,
sich von einem anderen menschen, der zudem meist keine 50 kilo wiegt
ziehen zu lassen. (hab ich auch nicht gemacht), aber wenn es diese
rikschas nicht gaebe, haetten 14.000 menschen mehr keine arbeit.

von kalkutta aus bin ich mit einem schnellzug in 17 stunden zurueck
nach neu delhi gefahren, nochmal 2 tage hauptsaechlich in der altstadt
und dann heute morgen nach agra, etwa 200 km suedlich von delhi, wo
ich mir dann morgen mal das taj mahal ansehen werde.

die reise verlaeuft weiterhin ohne probleme, ich bin gesund und mit
dem verlauf der reise bisher sehr zufrieden.

ich gruesse alle zuhause, hoffe alle sind gesund und munter und machen sich nicht zu viele sorgen (s.oben)

freue mich auf eine mail von euch

bis dann mal
bernd k.Indien in: Readers Digest  Weltatlas 2007

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